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Klares, reines und nie sehr kaltes Wasser, abgelegen Strände, mildes Klima und mediterrane Vegetation machen den Gardasee zu einem kleinen Meer, umgeben von den letzten Ausläufern der Alpen und von der Poebene: dieser See, der sowohl bei italienischen wie ausländischen Touristen sehr beliebt ist, wurde von Dichtern und Schriftstellern - von Catull über Goethe zu Joyce und D’Annunzio - besungen. Die Spuren der Geschichte, dieser Reichtum antiker Denkmäler in herrlichster Umgebung, üben eine besondere Faszination aus.

Sirmione

Mit Sirmione, wegen seiner herrlichen Lage am Herzen des Gardasees und wegen seiner heilsamen Thermalwasser seit der Antike berühmt, beginnt das brescianische Ufer des Sees. Der Ort, der auf einer schmalen Halbinsel errichtet ist, die 4 km weit in den See reicht, ist einer der bezauberndsten Plätze des Sees. Von hier sieht man herrlich auf beide Uferseiten. Bereits in der Römerzeit wurden hier Villen errichtet, so auch jene des Poeten Catull, der in seinen Versen die Schönheit dieser Gegend besang. Natur und Geschichte: von der Scaligerburg, von der aus man in die eindrucksvolle Altstadt kommt, zur Ausgrabungszone an der Aub enseite der Insel vereint Sirmione unvergleichliche Kunstschätze. Dieses Gebiet ist - abgesehen von der Zufahrt für Hotelgäste - für den Privatverkehr gesperrt, wird aber von einem kleinen Zug durchfahren, der bis zu den Grotten des Catull fährt und unterwegs bei den Thermalanlagen anhält, die in einen grob en Park liegen und von internationalem Ruf sind. Die Scaligerburg mit einem grob en Hafenbecken und einer Ringmauer, die das Städtchen vom Festland abschlieb t, wurde im 13.Jh. auf Wunsch von Mastino I. della Scala erbaut, dem Stadtherrn von Verona, als Standort und Anlegeplatz für die Flotte der Scaliger. Ganz vom Wasser umgeben, ist die Festung von Türmen, Zinnen, Innerhöfen und einer Zugbrücke gekennzeichnet. Geht man weiter durch die engen Gassen und ruhigen Plätze der Altstadt, vorbei an Boutiquen und Antiquitätenläden, Cafés und Restaurants, so kommt man zu den Grotten des Catull, einem der schönsten Ausgrabungsgebiete Italiens. Auf dem äub ersten Zipfel der Halbinsel wurden zwischen Olivenbäumen die Reste einer römischen Villa aus der ersten Kaiserzeit ans Tageslicht gebracht. Mit 167 m x 105 m ist dies die gröb te bisher in Norditalien entdeckte Villa. Die zahlreichen Funde sind im Antiquarium zu besichtigen. Neuesten wissenschaftlichen Auffassungen zufolge könnte die Villa jenes Gebäude gewesen sein, in dem sich die römischen Kaiser auf der Reise in die nördlichen Provinzen mit den führenden Vertretern der Politik, des Militärs und aus dem zivilen Bereich trafen. Von beträchtlichem kunsthistorischen Interesse sind auch einige Kirchen, darunter die Pfarrkirche S. Maria Maggiore aus dem 15.Jh. und die älteste Kirche von Sirmione, S.Pietro in Mavino aus dem 8.Jh.

Die historischen Hügel

Die Hügel hinter Sirmione und Desenzano waren 1859 Schauplatz der Kämpfe von San Martino und Solferino, den beiden entscheidensten des italienischen Risorgimento. In San Martino kann man den 65 m hohen, zylindrischen Turm aus 1893 mit sieben übereinanderliegenden Sälen mit Fresken besichtigen, das Museum und das Beinhaus, die Cappella Ossario. In San Martino findet alljährlich ein Umzug in historischen Kostümen statt zur Erinnerung an die Schlacht vom 24. Juni 1859. Älter ist die Festung von Solferino aus dem 11.Jh. und umgebaut im 17.Jh. mit dem historischen Museum, dem Beinhaus und dem Denkmal des Internationalen Roten Kreuzes, das 1959 anlässlich der Hundertjahrfeier des Bestehens dieser Organisation errichtet wurde. Zu seiner Erbauung verwendete man Marmor aus der ganzen Welt.


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