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Brescia und Umgebung am Iseosee und im Franciacorta
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Heiliges
ins Groteske geführt in den Werken des RomaninoVom Sinn für das
Komische und das Karikaturale, mit dem Romanino in den Fresken von Pisogne die Welt, in
die sich der Retter hinabliess, darstellt hin zur gotischen Würde der Heiligen in den
Gemälden von Giovanni da Marone in Cislano di Zone
PISOGNE ist die Pforte des
Camonicatales. Im 13. Jh. blühte der Nutzholzhandel und im 17. Jh. erwarben hier
lombardische Waffenschmiede halbbearbeitete Bestandteile zur Herstellung von Rüstungen
und Pistolen. Die Gemeinde von Brescia gestand Pisogne strategische Bedeutung im Kampf
gegen die camunischen Ghibellinen zu.Der Gemeinde Brescia verdankt man auch des Bau (1250) der 32,5 m hohen Torre del Vescovo (Turm des Bischofes) aus gemeisseltem Stein, welche das Wahrzeichen der Ortschaft bildet. 1299 sprach die Gemeinde dem Bischof Berardo Maggi das Eigentumsrecht für den Hof von Pisogne zu mit der Auflage, sich den ghibellinischen Rebellen zu stellen, sie zu blenden und zu geisseln. Den Kunstschatz von Pisogne bildet der grosse Zyklus der Fresken des Romanino in der Kirche Santa Maria della Neve (siehe Abbildung unten) am Anfang der Strasse, die sich zum Ortsteil Fraine hinaufwindet. Die Pfarrkirche Santa Maria in Silvis, deren Geschichte auf das 8. Jh. zurückgeht, ist die älteste Kirche von Pisogne. Sie wurde 1485 erbaut, und ihr Portal ähnelt insgesamt jenem der Kirche Santa Maria della Neve. Die Fresken von Giovanni da Marone sind Ende des 16. Jh. von San Carlo Borromeo übertüncht und erst 1933 wieder zum Vorschein gebracht worden. Von besonderem Interesse ist der Totentanz. Wegen Restaurierungsarbeiten ist sie bis zum Herbst 98 geschlossen. Auskünfte im Pfarramt Santa Maria Assunta, Tel.: 0364/ 86535. Das Dorfzentrum, welches eine Atmosphäre aus früheren Zeiten bewahrt hat, wird dominiert vom gewaltigen Bau der Pfarrkirche, die Parrochiale Santa Maria Assunta (Mariä Himmelfahrt) aus dem 18. Jh. Die alte Pfarrkirche von MARONE, dem San Pietro in Vinculis gewidmet (15. Jh.), befindet sich am Ausläufer eines Felsens im Dorf Vesto, wo sie im 13. Jh. an Stelle einer zerstörten Burg entstand. Man erreicht sie zu Fuss über den steilen Kreuzweg (Via Crucis). Auf der Spitze bietet sich eine Sicht, die entlang der Küste bis beinahe nach Iseo hinunterreicht. Die Wallfahrtskirche Madonna della Rota (Muttergottes von Rote, 16. Jh.) verdankt ihren Namen einem Felsen, auf dem die Form eines grossen Rades erscheint. Um dahinzukommen, folge man den Hinweisschildern längs der Strasse nach Zone. Das Bauwerk birgt Malereien dreier lokaler Maler: es umfasst nämlich ein Kapellchen aus dem 15. Jh. mit Fresken von Giovanni da Marone und weist in der etwas neueren Kirche Werke von Pietro da Marone und Pompeo Ghitti auf. Die Fresken von Giovanni da Maroni bedecken auch die Innen- und Aussenwände der Friedhofskirche Chiesa del cimitero di Vello. In diesem kleinen Fischerdorf nimmt eine eindrucksvolle mehrere Kilometer lange Strecke der alten Landstrasse ihren Anfang. Für Auskünfte wende man sich an die Pro Loco von Marone, Tel.: 0364/ 987. 104- 106. In ZONE, im Ortsteil Cislano, kann am Eingang des Dorfes (neben den berühmten Erdpyramiden) die Kunst von Giovanni da Marone voll und ganz in der bezaubernden Kirche San Giorgio (siehe Abbildung unten) entdeckt werden. Folgt man der Strasse weiter ins Dorf hinein, trifft man nach den Stationen eines Kreuzganges auf das Kirchlein Santi Ippolito e Casciano (Ende des 15. Jh.), welches Gemälde aus der Schule des Ferramola und eine Statue der Jungfrau, die man Pietro Ramus, zuschreibt, enthält. Auskünfte für die Besichtigung beider Kirchen beim Pfarrer, Tel.: 030/ 9870918. Die Meisterwerke des Girolamo Romani, Romanino genannt Pierpaolo Pasolini sah in Girolamo Romani, Romanino genannt, "ein in den Alpenländern wirkender, aber international bedeutenden Maler". Giovanni Testori bezeichnete denselben als "den grössten, den scheelsten und trivialsten der in Kunstdialekt arbeitenden Maler aller Regionen und aller Zeiten".Die Kunst des Romanino inspiriert sich auf raffinierte Weise am Kontakt zu den grossen Künstlern Giorgione und Giovanni Bellini, den er während seiner Ausbildung in venezianischem Ambiente pflegte und ebenso am jungen Tizian. Seine "dialektale" Eigenheit, seine Darstellungen des gemeinen Volkes mit der komisch-grotesken Manier, Fehlerhaftes und Hässliches aufzuzeigen, drückt sich auf seltsame Weise aus, die sich, abseits der Aufmerksamkeit einer nach festen ästhetischen Regeln suchenden Kultur, bereits zum Manierismus orientiert. Romanino verspürt die Ausdruckskraft der Botschaft von religiösen Themen, die er den einfachen Leuten näherbringen möchte, indem er letztere zu den Hauptfiguren seiner Darstellungen erhebt. Die Szene wird dadurch dramatisch-qualvoll, romantisch wie jene idyllischen See- und Berglandschaften. Die Energie seines manchmal hastigen Pinselstriches verursacht den Eindruck von etwas Unvollkommenem und Unbeholfenem, was der Szene jedoch zu noch grösserer Lebhaftigkeit verhilft. Der Maler befand sich in einer Periode höchster Reife, als er 1532-34 in der Kirche Santa Maria della Neve in PISOGNE seine Passionsgeschichte malte, die ihren Höhepunkt in der Kreuzigung auf der Gegenfassade erreicht. Man betrachte den Hund, der erschrocken zwischen den Hinterbeinen des Pferdes hervorschaut und daneben die drei Männer, die mit den Gewändern des Christus würfeln. Auf dem Gewölbe sind Propheten und Sibyllen dargestellt. Die einschiffige Kirche geht auf das 15. Jh. zurück. Wie so manches Portal im nahen Camonicatal, besteht auch dieses aus rotem Sandstein und ist mit eingemeisselten Ornamenten verziert; in der Lünette befindet sich eine antike Statue der Muttergottes mit dem Kinde. Die Fresken des seitlichen Aussenportals werden Giovanni da Marone (15. Jh.) zugeschrieben. Besichtigungen: Di/ Fr nachmittags 15-17 Uhr, Sa/ So auch vormittags 9.45-11.15 Uhr, Mo geschlossen; Auskünfte erhält man in der Bar Romanino nebenan, Tel. 0364/87032. Die Gemeinde von Pisogne organisiert Gruppenbesichtigungen mit Führung. Photographieren ohne Blitzlicht ist erlaubt. |