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Gardasee

Der grösste See Italiens wird im Süden vom Moränengürtel umschlossen ,  wogegen sein nördlichster Zipfel von hohen Bergen eingekeilt ist. Die venezianischen und mailändischen Mächte, die sich dieses Gebiet auf lange Dauer streitig machten, legten hier ihre Kriegsflotten an. Von hier schiffte eine Galeere der Republik von Salò den Mincio und den Po zum Kampf in Lepanto hinab.
Das milde Küstenklima erlaubt den Anbau von Olivenbäumen und von Getreide, zum Hochland hin sind die Hügel mit Weinbergen, die bekannte Weine abgeben, bedeckt.
Die klaren Wasser sind reich an Fischen, die Fischernetze füllen und Tischgerichte  anreichern und  seit Jahrhunderten die Feinschmecker des Elitetourismus, darunter Dichter von Catull bis Goethe und D’Annunzio oder Politiker wie Churchill, verwöhnen.
 

GESCHICHTLICHE HINWEISE

Auch in der gesamten Gegend um den Gardasee wurden  zahlreiche prähistorische Ansiedlungen bei Ausgrabungen entdeckt: am Lavagnone neben Desenzano wurde der älteste Holzpflug der Welt gefunden; Polada neben Lonato hat eine Pfahlbautensiedlung aus der Bronzezeit an den Tag gebracht. 
Die Römer errichteten grossartige Villen in Sirmione, Desenzano und Toscolano. In Lugana di Sirmione träumte Konstantin (312 n. Chr.) vom Kreuz am Vorabend des Sieges über Massenzio. 
Bereits im 14. Jh. war der Getreidemarkt von Desenzano von Bedeutung, da auch Eisen, Zwirn, Papier aus Toscolano, Kohle, Holz und Obst gehandelt wurde. 
Als Venedig 1426 Garda eroberte, gründete es in Salò die “Magnifica Patria“ (Herrliches Vaterland), von der sechs Landkreise abhängig waren.
Unter der österreichischen Herrschaft verzeichnete Garda eine wichtige Wiederankurbelung der Wirtschaft; 1829 bildete sich in Gargnano die “Società Lago di Garda“, eine Gesellschaft für Olivenölerzeugung; im darauffolgendem Jahr wurde die Società del Casinò in Gardone ins Leben gerufen. 1852 wurde die Eisenbahn in Desenzano eingeführt mit dem imposanten aus 16 Bögen bestehenden Viadukt.
 

Die Bronze der den Türken unterschlagenen Kanonen in den Kandelabern

Der Bau des Duomo di Santa Maria Annunziata von Salò begann 1453 nach einem Entwurf von Filippo delle Vacche. Das Renaissanceportal aus dem Jahr 1509 ist Werk von Antonio della Porta und Gasparo da Coirano.
Das gotische Kircheninnere beinhaltet wertvolle Kunstwerke, darunter die holzgeschnitzte Figurengruppe Tod Christi (16. Jh.) in der ersten Kapelle rechts oder die zahlreichen Gemälde des Zenon Veronese, Palma der Jüngere (schuf z. B. die Deckenfreske Mariae Himmelfahrt im Presbyterium und die Flügel der Orgel Antegnati) und des Andrea Celesti.
Das Hauptaltarbild aus dem 15. Jh.. ist Werk des Bartolomeo da Isola Dovarese mit Statuen von Pietro Bussolo.
Die Kandelaber wurden aus der Bronze der beschlagnahmten Kanonen der Türken gegossen. Die Kapelle des Allerheiligsten wurde zu Ende des 16. Jh. von Malosso ausgeschmückt.
Im linken Seitenschiff befinden sich zwei Gemälde des Romanino: Sankt Antonius aus Padua und Muttergottes mit dem Kinde und Heiligen. Sankt Antonius zwischen den Heiligen Rocco und Sebastian schreibt man Moretto zu. Erwähnenswert ist auch der hölzerne Kruzifix in der Taufkapelle von Hans von Ulm und daneben das Polyptychon der Jungfrau auf dem Thron mit Heiligen von Guglielmo Veneziano (14. Jh.).
 


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