| in
Brescia und Umgebung am Iseosee und Franciacorta
im Valcamonica
am Gardasee und im Valsabbia
Home Rundgaenge |
Andachtsstationen
am Lauf des Chiese Die Entstehung von
Wallfahrtskirchen, wie Madonna del Visello in Preseglie oder Madonna delle Cornelle in
Provaglio, stand meistens in Verbindung mit Erscheinungen oder mirakulösen Vorfällen -
Das archeologische Museum von Gavardo bewahrt das Skelett des Höhlenbärs auf
SABBIO CHIESE besass, wie die übrigen Ortschaften im Valle Sabbia,
zur Zeit der Invasion der Ungarn eine Burg, die auf einem Kalkfelsen über das Dorf
herrschte (siehe Abbildung auf Seite 24).
Die Pfarre San Michele (15./16. Jh.) in Sabbio ist
ebenfalls einen Besuch wert. Die romanisch-gotische Kirche hat eine hüttenförmige
Fassade mit Rosette, sein Inneres ist von vier Spitzbögen gekennzeichnet.
Biegt man auf der Staatsstrasse ss 237, die nach Brescia
führt, kurz nach der Ortschaft Odolo rechts ab, gelangt man (1,5 km) im Gebiet von
AGNOSINE zum Kirchlein San Lino. Der Zentralbau geht auf eine Zeit vor dem 14. Jh. zurück
und wurde öfters erweitert und renoviert. Erwähnenswert sind neben zwei Aussenfresken
aus dem 16. Jh. zwei Votivfresken im Inneren, die an eine dem Volke zugekommene Gnade
erinnern.
Vorbei an Agnosine gelangt man nach BIONE, dessen
Pfarrkirche, als sie im 16./17. Jh. mit Steinblöcken aus den Steinbrüchen des Val
d Aspino gebaut wurde, die grösste Kirche des Val Sabbia war. Sie enthält
Schnitzereien der Boscaì.
In der Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo aus dem 18. Jh. in
PRESEGLIE befindet sich eine Holzstatue geheimnisvollen Ursprungs. Es handelt sich um
einen Tod der Muttergottes in raffiniert orientalischem Stil, was ihren Ursprung auf ein
von Venedig beherrschtes Mittelmeergebiet zurückführen lässt. Die in einer Glasvitrine
aufbewahrte Statue bildet eine Rarität in Norditalien und befand sich vorher in der
Wallfahrtskirche Madonna di Visello (16. Jh.), so wie die Apostel eines lokalen Künstlers
(vielleicht den Boscaì zuzuschreiben), die momentan restauriert werden.
In BARGHE verdient die Pfarrkirche San Giorgio eine
Besichtigung. Sie wurde Ende des 16. Jh. erneuert und im 18. Jh. wurden der Chor und das
Presbyterium hinzugefügt. Die vier hölzernen Seitenaltäre sind Werk der Boscaì.
Von Barghe gelangt man, wenn man die Staatsstrasse
überquert und in die gegenüberliegende Strasse einbiegt, nach PROVAGLIO VAL SABBIA, um
die Wallfahrtskirche Madonna delle Cornelle zu besichtigen. Diese wurde im 17. Jh. an
jener Stelle erbaut, wo einige Jungen ein wunderlich blendendes Relief fanden. Unter dem
Säulengang befindet sich eine Votivfreske, die in Folge der entgangenen Gefahr während
des spanischen Sukzessionskrieges (Anfang des 18. Jh.) gemalt wurde.
Fährt man entlang dem Fluss Chiese nach VOBARNO hinab,
erblickt man die schöne Steinbrücke aus dem ausklingenden 16. Jh., in venezianischem
Stil und aus einer einzigen, herabgesetzten Arkade bestehend. In die Pfarrkirche Santa
Maria Assunta, die im 18. Jh. an Stelle der Pfarre aus dem 13. Jh. errichtet wurde, sind
im unteren Teil der Fassade einige römische Gedenksteine eingemauert.
Der Hügel ROÈ VOLCIANO, auf dem sich die Pfarre San
Pietro in Vincoli aus dem 16. Jh. erhebt, wird bereits seit heidnischen Zeiten als heilig
angesehen, und man fand dort Reste einer christlichen Nekropole und der früheren
Basilika.
GAVARDO war schon vor 1000 Sitz eines grossen Lehensgut des
Bischofs von Brescia. Sein schönes Wohnhaus aus dem 15. Jh., die Casa del Vescovo, auf
der Piazzetta San Bernardino, beherbergt heute das Museo Civico archeologico della Valle
Sabbia (siehe Abbildung) im sogenannten Bischofszimmer, das mit einer Freske
aus dem Ende des 16. Jh. ausgeschmückt ist. Die Decke des Nebenzimmers zeigt 19 bemalte
Holztäfelchen, die Allegorien von Tugend und Tadel und bischöfliche Wappen darstellen.
Zu besichtigen ist ausserdem die Kirche San Rocco (Ende des
15. Jh.) am südlichen Rand von Gavardo; sie enthält Votivfresken aus dem 15./16. Jh. und
ein hölzernes Kruzifix. Für die Schlüssel wende man sich an das Haus auf der Brücke an
der nebenliegenden Piazza Fanti.
Aussergewöhnlich gut erhalten von der Casa Alberghini
(heute Massolini) aus dem 15. Jh. ist die Hausseite in der Via Capoborgo mit schönen,
gotischen, von Ziegeln umrahmten Fenstern.
DIE HEILENDE MILCH
Die Wallfahrtskirche Madonna del Visello ist
üblicherweise geschlossen. Eine Besichtigung bietet lediglich der eindrucksvolle Weg (2,5
km), der vom Ortsteil Gazzane aus längs eines Bächleins und im Schatten einer üppigen
Natur hinführt. Die Kirche wurde errichtet, nachdem die Hl. Jungfrau dem Bauer De Dossi
erschienen war (ca. 1522) und ihm befahl, eine sechs Monate alte Färse zu melken und
deren wundersame Milch den Kranken zu verabreichen.
Die einzig erhalten-gebliebene Burg im Valle Sabbia
Vom antiken Verteidigungssystem des Tales ist heute nur
noch die Rocca, die Burg von Sabbio (10. Jh.) erhalten. In der ersten Hälfte des 16. Jh.
wurde sie in ein Oratorium mit zwei übereinanderliegenden Kirchen umgewandelt, die die
Struktur der Burg beibehalten: die obere besteht aus einem Längsschiff und besitzt eine
Balkendecke mit unterschiedlich verzierten Backsteinen (1527) und am südlichen Ende
Schiessscharten und Pechnasen; die Wände zeigen Votivfresken aus dem 16. Jh. 1588
entweihte der Papst die Kirche, damit das Gelände wieder zum Schutz der Bevölkerung
dienen könne, 1645 wurde es wieder als Kirche eingeweiht. Aus dem 17. Jh. stammt ein
Bogengang mit Marmorsäulen. Der Verteidigungskomplex ist mit seinen drei Grenzmauern
äusserst gut erhalten und vom darunter liegenden Platz über 107 Granitstufen erreichbar.
Nach der ersten Tür trifft man auf das Kirchlein San Nicola di Tolentino, welches das
Bauernmuseum - Museo della civiltà contadina - beherbergt. Es ist notwendig, bei der
Gemeinde unter der Nummer 0365/85119 die Besichtigung anzumelden, ebenso jene der Burg
(Pfarrhaus, Tel.: 0365/ 85168) und des Museums (Zuständiger Enrico Morelli, Tel.: 0365/
85127).
Das Skelett des Höhlenbärs
Das Museo archeologico von Gavardo, das 1956 nach der Auffindung
eines Skeletts des Ursus Speläus in einer naheliegenden Grotte gegründet wurde, bewahrt
Fossilien der Valle Sabbia und Trompia und vom Gardasee auf und, im prähistorischen
Abteil, ein 6000 Jahre altes Messer aus Kieselstein, Pfeilspitzen und
glockenförmige Vasen. Ein weiterer Saal beschränkt sich auf Ausgrabungen von
Polpenazze in der Gegend von Lucone und zeigt viele Reste aus der Bronzezeit (11.
Jahrtausend v.Chr.) und eine Pyroge.
Lugone nennt sich die römische Nekropole (1.- 4. Jh.
n.Chr.) im Gebiet von Salò, deren Grabausstattungen in einem weiteren Saal ausgestellt
sind. Das wichtigste Stück ist eine Vase bzw. eine Feldflasche, deren Reliefs auf der
einen Seite die Indische Apotheose von Bacchus, auf der anderen Herkules tötet Laomedon
darstellt. Es handelt sich um ein weltweites Unikum in ausgezeichnetem
Zustand; entsprechende Fragmente sind in New York, in Kairo und in Saint Germain
(Frankreich) aufbewahrt.
Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9 - 12 Uhr, Samstag von
9 -12 und von 14 - 17 Uhr geöffnet. Vormerkungen für Führungen unter der Telefonnummer
0365/ 371474.
|