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Brescia und Umgebung am Iseosee und Franciacorta
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Der Anbau
von Zitronenbäumen der Franziskaner Im 13. Jh. entstanden an der Küste Gewächshäuser für
Zitrusfrüchte - Die Villen des Duce in Gargnano - Die Wallfahrtskirche Montecastello in
Tignale und die Geschichte des Ganoven Zuan Zanone - Der romanische Glockenturm der Pfarre
von Tremosine
Ein Brief des San Bonaventura berichtet, dass dem Sankt
Franziskus nach seiner Rückkehr von Syrien ein Haus und ein Feld am Gardasee geschenkt
wurde, um dort eine Klause einzurichten. Einige behaupten, das Haus sei in GARGNANO gewesen, wo heute ein
Kloster und eine Kirche - Chiostro e chiesa di San Francesco (siehe Abbildung auf Seite
19) - stehen.
Im Hafen von Gargnano stehen sich verschiedene Gebäude
gegenüber, wovon in einigen Kanonenkugeln eingemauert sind, in Erinnerung an die
Schiffsbombardierung im Juli 1866 während des dritten Unabhängigkeitskrieges. Dies gilt
auch für den Ex Palazzo comunale, das ehemalige Rathaus wurde 1582 von Giovanni
Trafegnini gebaut.
Im oberen Teil des Dorfes steht auf der Staatsstrasse die
Pfarre San Martino aus dem 18. Jh. mit dem grossartigen ellipsenförmigen Schiff um der
klassizistischen Vorhalle, beides 1837 von Vantini angebaut.
Eine Spaziergang entlang der Küste in Richtung Nord bringt uns zum ältesten Gebäude in
Gargnano, dem Kirchlein San Giacomo di Calino (11.- 12. Jh.). Wir bewundern dort Fresken
aus dem13. Jh., darunter ein Sankt Christopherus, auf zum See blickenden Fassade und
andere aus dem 15. Jh. im Kircheninneren. Für Besichtigungen wende man sich ans Tor neben
der Kirche.
Bei der Rückkehr zum Dorf erblickt man den Palazzo Feltrinelli (Villa del Duce) in
eklektischem Stil nach einem Projekt des Mailänder Architekten Belgioioso (1894)
errichtet. Während der Republik von Salò hielt sich in dieser Villa Mussolini auf,
ansonsten war sie Sitz des Sekretariats des Duce, und heute beherbergt sie eine
Sommeruniversität.
Im Ortsteil BOGLIACO erhebt sich der gewaltige Palazzo Bettoni , der, nach einem Entwurf von Adriano Cristofoli
und Antonio Marchetti aus dem beginnenden 18. Jh., von einer Balustrade und von Statuen
gekrönt ist. Bereichert wurde er 1764-67 um einem italienischen Garten, ein Werk von
Amerigo Vicenzo Pierallini, der heute jedoch durch die Staatsstrasse vom Gebäude getrennt
wird.
Von Gargnano aus geht es zum Tal Valvestino hinauf, welches
bis zum Ersten Weltkrieg trientinisch und österreichisch war. Die Kirche San Giovanni
Battista (Johannes der Täufer) in VALVESTINO, bereits vor 1000 urkundlich erwähnt
worden, ist die älteste im Tal. 1585 wurde sie wiedererrichtet und vor kurzem renoviert;
sie enthält einige Gemälde von Andrea Bertanza.
Neben MAGASA, in CIMA REST (ca. 3 km) kann man die
Heuschober mit den Strohdächern sehen, die zur Zeit sichergestellt werden. Im Ortsteil
CADRIA weist die Fassade des Kirchleins San Lorenzo eine Freske des Heiligen von 1547 auf.
Hinauf nach TIGNALE, um vom Santuario di Montecastello eine weite Aussicht auf den See zu geniessen.
Der Orginalbau der Wallfahrtskirche, die man Heiliges Haus (Casa Santa) nannte, geht auf
mindestens 802 zurück. Sie besitzt ein auf das 14. Jh. zurückgehendes Deckengemälde
(Krönung der Jungfrau) aus der Schule des Giotto mit vier Medaillons von Palma dem
Jüngeren an dessen Seiten; sichtbar durch eine Glaswand hinter dem Hauptaltar, durch die
die Holzstatuen der Brescianer Boscaì monumental anmuten. Der heutige Bau wurde
1599 fertiggestellt. An der linken Wand zwei Gemälde von Andrea Celesti, an der rechten
erzählt ein Votivgemälde von Andrea Bertanza (17. Jh.) den Mord des Ganoven Zuan Zanone.
Die Wallfahrtskirche ist vom 19. März bis zum 31. Oktober von 9 - 18 Uhr geöffnet.
Zurückgekehrt auf die Staatsstrasse Gardesana, fahren wir
nach Norden weiter zur Ortschaft PRATO DELLA FAME, wo 1985 das Gewächshaus für
Zitronenbäume Neuer Garten- Limonaia _Giardino Nuovo- aus der Mitte des
19. Jh. geborgen wurde. Es ist dem Besucher mittwochs von 10 - 12 Uhr, von April bis
September auch freitags (15 - 17 Uhr) und sonntags (10 - 12 Uhr) zugänglich, der Eintritt
ist frei.
TREMOSINE erreicht man über die Provinzstrasse sp 38, die zwar schmal und gewunden, aber
dafür spektakulär ist, da sie durch Grotten führt, die von einem Bach gesäumt sind.
Die Pieve di San Giovanni Battista (Pfarrkirche Johannes der Täufer) war ein romanisches Kirchlein
aus dem 12. Jh., das 1570 zerstört und wiederaufgebaut wurde, wobei der schöne
Glockenturm unversehrt blieb. Nach neuen Renovierungen (1712) wurde die Kirchenausstattung
mit Holzschnitzereien von Giacomo Lucchini bereichert. Bemerkenswert sind das Fresko der
Kuppel aus dem 16. Jh. und kürzlich restaurierte Gemälde aus dem 17. Jh. Auf der Mauer,
die den Kirchplatz begrenzt, erkennt man einen quadratischen römischen Grabstein aus dem
3. Jh. n.Chr.
Von Ortsteil Vesio kann man nach LIMONE hinunterfahren, wo
man auf der Strasse dem Kirchlein San Pietro dell Uliveto begegnet, das im 15. Jh.
erneuert wurde und aussen Spuren einer Freske, die den riesigen Sankt Christopherus
abbildete, aufweist. Die Pfarrkirche von Limone, San Benedetto gewidmet, ist gegen
Ende des 17. Jh. wiederaufgebaut worden, und wahrt im Presbyterium zwei Gemälde von
Andrea Celesti. Im Dorfkern befindet sich das Haus Casa Gerardi (das auch della
Finanza genannt wird) aus dem 17.- 18. Jh. mit einer Loggia aus dunklem Stein im
oberen Stockwerk.
Die Küste, die sich vom historischen Zentrum von Limone
gegen Nord bis hin zur Spitze von Reamòl erstreckt, zeigt sich als ein Aufeinanderfolgen
von Limonaie (Zitronengewächshäuser), die zu den grössten und ausgedehntesten der
Riviera gezählt werden.
Die Zitrusfrüchte werden zu Kapitellmotiven
Die Fassade der Kirche San Francesco, 1289 errichtet, zeigt eine
Statue des Hl. Antonius vom Mönch Antonio Delay aus dem Jahr 1301. Die Gemäldereste der
letzten Kapelle rechts könnten auf das Ende des 13. Jh. zurückgehen. Das Martyrium des
Hl. Stephan von Andrea Bertanza und drei weitere grosse Gemälde sind aus dem 16. Jh.
Das Kloster aus dem 14. Jh. wurde 1424 umgebaut und ist von
eleganten Bögen in venezianischem Stil gekennzeichnet, die von Kapitellen mit
eingemeisselten Mönchsköpfen, Löwen, Fischen, aber auch Zitronatzitronen und Zitronen
abgeschlossen werden, was die Tradition des Anbaus von Zitrusfrüchten am Gardasee durch
die Franziskaner bestätigt. Am Eingang befindet sich der Sarkophag von Argilo da Gargnano
aus dem Jahre 1302. Auf dem Renaissanceportal, das zur Sakristei führt, sind Episoden aus
dem Leben Jesu eingemeisselt. Zur Zeit ist das Kloster geschlossen. Für die
Besichtigungen wende man sich an den Wächter, indem man am Gittertor jenseits der
nebenliegenden Bank klingelt.
DER MORD VON ZANZANU
Die ungestüme Karriere des Küstenbanditen Zuan Zanone
endete in Tignale. Dort entführte er am Morgen des 17. August 1617, gemeinsam mit fünf
Komplizen, den betagten Ritter cavalier Giovanni. Die Bevölkerung verfolgte
die Räuber und befreite die Geissel; die Jagd setzte sich sodann in den Bergen fort, wo
die Gesetzlosen getötet wurden. Die Szene wurde in einem Gemälde von Bertanza
festgehalten, das sich in der Wallfahrtskirche Montecastello befindet.
WO DIE ZITRONEN BLÜHEN
Auf seiner Italienreise war Goethe von den
terassenförmig angelegten und mit Zitronenbäumen bebauten Gärten beeindruckt.
Hier werden die Gewächshäuser an drei Seiten von hohen Steinmauern geschützt.
Zahlreiche Säulen tragen ein dichtes Geflecht von Holzbalken, auf denen im Winter Bretter
und Glastüren befestigt werden, um die Pflanzen vor der Kälte zu schützen.
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